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Gijel, Gountag 3. Januar 
| 1904. OC a 
Grscheinungs » Tage : 
Dienstag, Donnerstag, Sonntag. 
 
 
 
 
Drgan für Politik 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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| so Hg 
monatlih 1X 60H, & 
(5422), 
mn . 
Buftelung: Gonzi. | 
+ 8 K, bierteli, 4 K, monajlig 1XZ50H. Mit 
i Fofstzusendung: Ganzj, 15 X 20 27, bulbi. 9 X 60 77, biertelj. 
, 1 ; ür Serbien und Monte- | 
negro jährlich 4 X mehr. Ginzelne Nummern 14 I. Une 
| versiegelte Beitungs-Reclamationen sind portofrei. | 
 
Telephon-Inteturbau Ne. 72. 
 
Julins Pfeisser. | 
NE ANNA A 
 
Pränumerations - Einladung. 
Mit 1. Januar 1904 begann ein neue8 Abonne. 
ment - Quartal auf die jeden D ienštag Donnera: 
tag und Sonntag erjeinende politif <he Zeitschrift 
: 44 Wir i 
„Die Drau“, 8 E 
deren Abonnement mit Ende December abge- 
lanfen, dasselbe gefl. je eher erneuern zu wollen. Die 
Pränumerationspreise find am Kopfe des Blat- 
tes ersichtlich. 
 
Oppositionelle Kampfesweise. 
Gssek, 2. Januar. 
Man Bat jid in Kroatien schon 
längst daran gewöhnt, daß die Oppo- 
sition alle Dinge nur durch die partei- 
politische Brille betrachtet und beur- 
theilt. Jener Anstand, der dem politi- 
schen Kampfe die Weihe gibt, ist bei 
uns auf welch immer Seite der 
Opposition, ebensowenig zu finden 
wie Gerechtigkeit und Loyalität gegen- 
über dem politischen Gegner. Hie 
| und da posirt wohl Siner, als ob er 
„! fich von solchen ethischen Empfindun- 
gen bewegen lasse, das ist jedoch 
osfenbax nicht Ernst gemeint oder es 
sind, / blos momentane Wallungen, 
die „Tasch verflüchtigen, um neuer- 
dings dem öden Geschimpfe, der herz- 
losen Verdächtigung und Anschwärz- 
ung plaßzumachen. Welche Rüc>- 
wirkung diese Kampfesweise, die selbst 
den nächsten Nachbarn nicht verschont, 
wenn er nit mit ing gleiche Horn 
bläst, auf das kroatische Volk hervor- 
bringen muß, läßt sich ohne Propheten- 
gabe voraussehen ; es ist ein u: 
„stand allgemeiner Sersetzung, auf den 
hingearbeitet wird, ein Zustand, der 
jede Autorität, jeden Glauben, jede 
Moral verschwinden läßt und unter 
„ dessen Nachwirkungen auch die fom: 
menden Geschlechter noch zu leiden 
haben werden. 
Wie sehr man aber auch in alles 
dies bereits sich hineingelebt hat, so 
muß es doch überraschen oder ZU- 
mindest befremden, wenn man sieht, 
daß Persönlichkeiten, wie die Abgeord- 
- neten Dr. Vrbanić und Dr. Frank, 
die als Mitglieder der Regnicolar- 
- „ deputation Gelegenheit hatten, hinter 
- die Coulissen zu bliken, fm ihren 
scharfen Angriffen gegen die National- 
partei nicht erlahmen und über die 
jezt hoffentlich dem Abschlusse ent- 
gegeneilenden Verhandlungen betref- 
fend die Erneuerung des finanziellen 
Ausgleiches so absprechende Urtheile 
fällen, als ob wirkli ein Verrath 
an den Interessen Kroatiens geplant 
wäre. -In der einen Beziehung, näm- 
lich was die maßlosen Angriffe auf 
die Nationalpartei betrifft, hat sich 
; besonders Herr Dr. Vrbanić hervor- 
gethan, während die Thätigkeit der 
Regnicolardeputation mit rÜcksicht8- 
loser Schärfe im Organ des Herrn 
Dr. Frank dargestellt wird. | 
Gewiß, die Nationalpartei fordert 
 
 
 
 
 
von ihren Gegnern weder Schonung, 
nod Entgegenkommen : sie vergilt 
auch nicht Gleiches mit Gleichem. 
Wenn ihr aber durch den gegenwär- 
tigen Stand der Verhandlungen mit 
Ungarn absolut noihwendiges Schwei- 
gen auferlegt ist, so sollte man doch 
von Männern, wie Dr. Vrbanis und 
Dr. Frank, die eine anjehnlihe poz 
litische Stellung in unserem Volke 
einnehmen, voraussegen dürfen, daß 
sie genug Loyalität und Patriotis- 
mus besizen, um sich im gegenwär- 
tigen Augenblicke krasser Ungerechtig- 
keiten zu enthalten. Beide Herren, vor 
allem aber Dr. Vrbanie, Letzterer 
als Mitglied des Subcomite8 der 
Regnicolardeputation, sind vollfom- 
men vertraut wie die Kampfessitua- 
tion heute sich gestaltet hat. Sie wissen, 
welche ungeheuer schwere Aufgabe 
zu bewältigen war und sie können 
sich auch darüber nicht täuschen, was 
schon bis heute als gesichert gelten 
kann. Daß dies nicht wenig ist, wer- 
den sich die Genannten im heimlichen 
Zwiegespräch wohl haben zugestehen 
müssen, nicht mindsf werden sie sich 
keiner Täuschung hingeben können, daß 
dies nur durch die seit fünf Jahren 
consequent gebliebene Haltung der 
Nationalpartei, beziehung8weise der 
Majorität der Regnicolardeputation 
möglich war, die von ihrem Stand- 
punkt nicht um einen Schritt zurück 
gewichen ist, und auch weiterhin nicht 
zurückweichen wird. Wir, unsererseits, 
wollen dabei gar nicht verhehlen, daß 
auch der Opposition, das heißt den 
beiden Vertretern derselben in der 
Regnicolardeputation für ihre ernste 
„Arbeit und ihr Streben Anerkennung 
gebührt, aber gewiß ist es, daß sie 
ihr Verdienst um ein nicht geringes 
schmälern, wenn sie in entscheidender 
Stunde in der Weise, wie es jeßt ge- 
schieht, gegen die Nationalpartei los- 
stürmen. Das macht fast den Ein- 
druck, als ob man die Ungarn dazu 
bestimmen wollte, in ihrem Entgegen- 
kommen an die Nationalpartei zurück- 
haltender zu sein, da dadurch doch 
nichts an der politischen Situation 
in Kroatien geändert würde. 
Wie schon erwähnt, die National- 
partei fordert für sich keine Schonung, 
wohl aber ist sie berechtigt und ver- 
pflichtet, zu fordern, daß so große und 
wichtige LandeSinteressen, wie sie jetzt 
auf dem Spiele stehen, nicht einem 
eiteln Parteiinteresse geopfert werden. 
(S5 ist ja recht löblich, der finanziellen 
Selbständigkeit zuzustreben, wenn man 
davon überzeugt ist, daß dies das 
bessere sei, was nach unserer Meinung 
nod) keineswegs außer Frage gestellt 
ist, namentlich dann nicht, wenn die 
Regnicolar-Deputation mit ihren ge- 
rechten Forderungen und Ansprüchen, 
die sich vollständig im Rahmen“des 
 
 
und Polkswirtfhschaft. 
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ebendaseibn | Jahrgang 
net. 
berech Stempelgebühr ist feine 
Briefe unberücsichtigt. 
37. 
bestehenden Au gleichögesezes bewe- 
gen, reussirt. Aber selbst die Nübßlich- 
feit der finanziellen Selbständigkeit 
zugegeben, so ist doch gewiß jetzt nicht 
der Zeitpunkt, dafür einzutreten, wo 
unser Land für diesen Kampf absolut 
nicht vorbereitet ist, wo wir im De- 
ficit fteđen und m0, menn überhaupt 
erreichbar, Jahre vergehen können, 
bis ein Resultat erzielt wird. 
Wäre es vernünftig, wäre es pa- 
triotisch, das Land in eine so verzwickte 
Lage zu bringen ? Das wünschen ge- 
wiß auch weder die Herren Dr. Vr- 
banić, noch Dr. Frank. Dann müssen 
sie aber auch die Consequenzen ziehen, 
der Majorität keine Prügel zwischen 
die Beine werfen und es ihr ermög- 
lichen, ihre Aufgabe fo zu erfüllen, wie 
sie es im Interesse des Landes für 
nöthig hält. Dann, wenn die Ver- 
handlungen abges <lossen sind, bleibt es 
ihnen ja unbenommen, ihren partei- 
politischen Tendenzen nad) Herzenslust 
die Zügel schießen zu lassen. Die 
Nationalpartei wird ihnen dann auch 
die Antwort nicht schuldig bleiben. 
— In ihrer Zahre3-Rüeschau streift die 
„Agr. Ztg.“ auch den im Vorjahre eingetre- 
tenen Wechsel auf dem Banusstuhle. Das ci- 
tirte Blatt läßt sich dieSbezüglich in folgen- 
der bemertken3werthen Weise vernehmen : 
Andie Stelle des zum Minister-Vräsidenten 
in Ungarn ernannten Banus Grafen Kh u en- 
HeRderväry tratals Banus von Kroatien 
Graf Dr. Theodor Pejacs8evich, von der 
Bevölkerung, die des ritterlichen Vater3 des 
neuen Würdenträgers, des verewigten Ba- 
nus, voll Dankbarkeit gedachte, mit Freuden 
und unbedingtem Vertrauen begrüßt. Dieses 
Vertrauen wurde womöglich noch durch 
die programmatischen Erklärungen des 
neuen Banus bestärkt, in denen sich 
Graf Pejacs8evich als ein Mann voll 
wärmster VaterlandSs8liebe, voll fein- 
sten Verständnisses für die vitalen Interessen 
des Lande8 und der Nation, das ex sich im 
langjährigen öffentlichen Dienste erworben, 
und voll des besten Willens und entschlos- 
sener Energie, diesen seinen Intentionen auch 
zur Realisirung zu verhelfen, erwies. Mit 
diesem Programme, auf dem einzig legalen 
Boden des Grundgesetzes unserer Königreiche, 
des AuSgleiches, stehend, auf die bewährte 
Mitarbeit der Nationalpartei, als der gejeg: 
lichen Vertreterin der Mehrheit der Bevöl- 
kerung, gestüßt, wird es dem Banus Grafen 
Pejacsevich ohne Zweifel gelingen, seine 
edlen Absichten zu verwirklichen. Wir sehen 
mit Befriedigung, mit welchem Vertrauen. 
man dem neuen Banus wie seinen bewähr- 
ten Mitarbeitern an der Spitze der Regier- 
ung, vor Allem seinem Stellvertreter Sec- 
tionShef Dr. Svetislav umanović, feiz 
lens der leitenden“ Kreise Ungarns entgegen- 
kommt, weil man dort überzeugt ist, 
daß sie den gegenüber dem verbündeten 
Staate einzig correcten Standpunkt einneh- 
men. Andererseit8 hat auch Ministerpräside 
Graf Stephan Tißa in seinen Enuncj 
tionen sich auf den gleich correcten St 
punkt unbedingter Anerkennung aller Pflicht 
die der Ausgleich Ungarn Kroatien g 
 
 
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