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Hin politisch Scherntkodler. 
| Gssek, 3. Jänner. 
Die Katze läßt das Mausen nicht und — Kossuth 
nicht das Briefeshreiben. Seit dem sc<hmählichen Untergange 
 
 
ober Kossuth'schen Diktatur und der Debrecziner Staatsret- 
tungsmethode, seit der Flucht des großen Redehelden, der die 
österreichis<e Dynastie des ungarischen Thrones für“ verlustig 
erklärte, wobei ihm nur das Malheur passirte, daß er seine 
Rechnung ohne JellatiC und seine reichstreuen Kroaten ge- 
macht, seit dem Abschlusse der Tragödie 1849" fand Ludwig 
Kossuth des Oefteren das Bedürfniß, s<riftlih zu seinen 
treuen Landslenten zu sprechen und von sic< reden zu mađen. 
- Für einen so ausgezeichneten Rhetoriker wie. der Cxdiktator 
Ungarn3 wäre es eine absolute Unmöglichkeit gewesen zu 
schweigen und da er seine geliebten Magyaren sc<on nicht nadi 
seiner Manier selig machen konnte, so mußte er ihnen doch 
wenigstens von Zeit zu Zeit seine weisen Naths<läge zukom- 
men lassen und sie öfters daran erinnern, daß er überhaupt 
nog lebe. So erließ denn mehrbesagter Kossuth von Zeit 
zu Zeit einen zwar ni<t mit seinem Herzblute, aber mit 
Tinte geschriebenen Shreibebrief an seine getreuen Ungarn, 
was den letzteren endlich so gleichgiltig wurde, daß fie in 
dieser Schreibeseligkeit des Exfiskals nichts weiter als eine 
Marotte erblikten , man hatte sich eben daran gewöhnt, den 
„großen Patrioten“ als cinen politisc< Todten, und sein ewi- 
ges Briefeschreiben als das ruhelose Umherirren und unschäd- 
liche Rumoren des „Debrecziner Gespenstes" zu betrachten. = 
Da mit einem Male fällt es in einem Momente , in dem 
seinen Freunden in Ungarn ihr Latein der Staatskunst aus- 
gegangen, dem edlen Todten ein, wieder Lebenszeihen von 
sich zu geben, und zwar folde unzweidcutige LebenS8zeichen, 
za — 
Feuilleton. 
Zerrćol. 
Donnerstag den 28. Dezember v. M. u. J. ging Sardou's 
neuestes Sensationsstü> „Ferr&ol“ über die Bretter und exr- 
rang einen für Cssek immerhin bedeutenden Erfolg. Wir 
haben es in diesem Stü>e mit keinem der ebenso berühmt 
als berüchtigt gewordenen französischen Chebruchsdramen zu 
„thun, „Ferreol“ ist ein fein dur<dachtes, gut angelegtes, aus 
dem Leben gegriffenes. und in's volle Leben hin.ingreifendes 
Volksstü> =“ freilich immerhin von ec<t französischer Mache, 
welche im ersten Akt ziemlich kalt läßt und erst im zweiten 
Akte anfängt Juteresse zu erregen. : 
E3 wird uns in diesem Stücde, wie bereits erwähnt, 
keine ehebrecherische Frau vor Augen geführt, der Autor zeigt 
uns im Gegentheile eine im Punkte der Treue sehr gewissen- 
hafte Frau, die nur einen Augenbli> „vergessen konnte, daß 
sie als Frau nicht mehr berechtiget sei, ihren früheren Ge- 
liebten noM einmal zu empfangen. Wenn sie dies auch nur 
that, um ihm für immer Lebewohl zu sagen und ihn zu bitten, 
ihren Frieden niht mehr zu stören, wenn diese Frau auch 
vorwurfsfrei auf diese lezte Zusammenkunft zurückbli>en 
konnte, so will der Autor dennoch zeigen, wielleine Ur 
sachen nicht selten die größten und unheilvollsten 
Wirkungen haben können, und wie es nach des Dichters 
Wort „der Fluch der bösen That ist, fortzeugend Böses zu 
gebähren". Gilberte von Boismartel =- dies der Name 
der Frau =- sicht sich dur<g eine unglücselige Verkettung 
der Umstände vox die Alternative gestellt, entweder einen des 
Mordes Angeklagten und unschuldig zur Gallere Berurtheilten 
 
 
 
Esser, Donnerstag den 4. Jänner 1877. 
 
 
daß seine Landsleute mit einem Schlage zur Einsicht gelan- 
gen, daß der Todte denn doch niht so ganz todt, daß er nur 
scheiniodt gewesen sei. == Die lezten Briefe Kossuth's zeich- 
nen si< nämlich dadurch vor all* ihren Vorgängern aus, daß 
der Briefs<reiber na< einer mehr als ein Vierteljahrhundert 
Gindurd mit e<t magyarij<er Dicköpfigkeit behaupteten 
Konsequenz plößlih umlenkt und, von dem selbstständigen 
Großstaat Ungarn absehend (auf wie lange, das steht im 1 
Briefe niht zu lesen) plöklich ein Oesterreich - Ungarn aner- 
fennt, überdies von der fur<tbaren diesem Doppelstaate von 
Rußland her drohenden Gefahr faselt und endlih die Slayen 
als das allergefährlichste Element, als die lernäische Schlange 
hinstellt, mit der er; ein zweiter Herakles, vor Allem aufzu- 
räumen und gelegentli< auch den Augiasstall zu reinigen das 
Zeug in sich verspürt. Das aber. sind die Cigenschaften, in 
denen die edlen Magyaren die Lebensfähigkeit eines Politikers 
und seine Eignung zum Staatsmanne erbliken, und nun 
herrscht Jubel im ganzen Reiche, daß der große Todte eigent- 
lih nur (Aeintodt mar und pIšglid aufermađte zu neuem 
Leben ; Aller Augen, alle Hoffnungen und Erwartungen sind 
nun auf ihn gerichtet, den großen gewandten und bewährten 
Redehelden. Man ruft ihn vorläufig in's Parlament, denn 
wenn Ungarn Überhaupt noc< zur Großmacht geredet 
werden kann, so kann es nur ein Kossuth, und hilft das 
nicht, so kann man ja, da seine lezten Briese „zur Be rs 
wmendung am geeigneten Drte gefbiđi 
appvretirt" find, dem Helden von Debreczin eine höhere 
politishe Mission übertragen. So eine Reichskanzlerschaft 
Kossuth , das wäre in dem Lande der Unwahrscheinlichkeiten 
wahrhaftig niht so ganz unmöglich. Wer hätte jemals an 
die Möglichkeit gedacht, daß ein Andrassy je hoffähig werden 
funte 2 Warum sollte Ludwig Kossuth nicht ausgebenso hof- 
fähig werden ? Auf ein Experiment mehr oder weniger 
kommt es bei uns auch s<on nidt mehr an, inauguriren 
wir also no< eine Aera Kossuth und dann — nun dana find 
wir fertig =- vollkommen fertig. Krieg Rußland, Krieg den 
Slaven !. Revanche pour Vilagos, Revanche den Kroaten 
für ihre Reichstreue, für ihre Vernichtung der so schönen 
Debreczinev Jllusionen. Nun machen wir uns gefaßt auf 
Alles -- selbst auf das unmögli< Scheinende, die Verwir- 
kungstheorie wurde den Rebellen gegenüber im Wege der 
Gnade aufgegeben , warum söllte sie nicht einmal zur ange- 
nehmen Abwechslung uns, den rveichstreuen Kroaten gegenüber 
Anwenduug finden ? Der erste Scritt hiezu ist bereits ge- 
schehen, wir sind den Ungarn ausgeliefert zur --- beliebigen 
Behandlung, und vielleiht nur zu bald findet sich die Gele- 
genheit, mit uns eine alte Rechnung auszugleihen. Wenn 
do< auc< JellaCiC nur scheintodt wäre, wie cs der politisch 
[deintodte Ludwig Kossuth war ! =- dann würden wir unse- 
ren lieben Freunden zurufen : „Bange machen gilt nicht !" 
Zur Lintkreibung der Skeuerrückslände. 
! so Essek, 3. Jänner. 
Mit der überhandnehmenden Verarmung der Bevölker- 
ung mehren si< au< die SteuerrüFstände , und mit der 
Ueberhandnahme der letzteren halten die von Pest und Agram 
an unsern Magistrat einlangenden Steuereintreibungs-Urgen- 
 
 
 
 
seinem fur<tbaren SchiFsale zu überlassen, oder um ihn zu 
retten == ihre Zusammenlunft mit dem Manne ihrer ersten 
Liebe „Kapitän Ferr6ol“ nicht nur vor ihrem Manne, dem 
Gerichtspräsidenten, sondern vor dem Gerichte einzugestehen, 
ihren Ruf selbst zu vernichten und für ihr ganzes Leben auf 
Glü> und Freude, sowie auf die Achtung der Welt zu ver- 
ichten. 
+ Sie und Ferreol kämpfen einen fur<tbaren Kampf. =- 
Da entschließt sic der Geliebte, der geliebten Fxau wegen, 
sich selbst zu opfern, nachdem ein Verjuh, den eigentlichen 
Mörder dur< Güte und dur< Drohungen zum Verlassen des Lan- 
des undzum brieflichen Bekenntnisse seiner Schuld zu bewezen miß- 
gliiđt war. == Er nimmt den Mord auf sic<, bekennt sich in 
einem an den Gerichtspräsidenten gerichteten Briefe als der 
eigentliche Mörder und will seinem Leben ein Ende machen. - 
Der Staatsanwalt, in dessen Hände Ferr&ol das Schreiben 
legt, glaubt nicht an die Wahrheit des Sculdbekenntnisses, 
geräth sofort auf den Gedaykfen, daß . hier Schonung 
gegen eine Frau vorliege und läßt Ferr&ol verhaften. 
Staatsanwalt und Gerichtspräsident suchen nun nach dem befann- 
ten &rundfage ,,Cherčhes 1a femme“, die geheimnißvolle 
Frau zu eruiren. Da löst sich, in eiver der eben fo geschi>t an- 
gelegten Reihenfolge von höchst interessanten, und mit großem 
psy<hologischen Verständnisse angelegten Szenen, der Knoten. 
Martial verräth sih =- ohne daß der mindeste Verda<t auf 
ihm gelastet hätte, selbst, gleichzeitig aber verräth fid auch im 
Laufe des vom Gerichtspräsidenten in dessen Wohnung und 
in Gegenwart des Staats3anwaltes, der Gerichtspräsidentin, 
Martial8 und Ferr6&ols geführten Privätverhöres die Gerichts- 
präsidentin und in demselben Momente, in dem der Gerichts- 
präsident zur Ueberzeugung gelangt, daß seine geigene Frau 
 
 
 
AX. Jahrgang. 
=a=aaaaa =u=u= u =uu=————— 
 
zen gleichen Schritt. Welc<'. erschrefende Dimensivne:: die 
Pfändungen wegen Steuerrücständen bereits angenominen 
haben, geht am Besten daraus hervor, daß sic< unser Diagi- 
strat behufs Unterbringung der gepfändeten und transjerizica 
Objekte bereits genöthigt sah, mehrere Privatlokale zu mie- 
then. Und no< immer gehen die Steuereintreiber der Pester 
und Agramer Regierung zu: lau, -zu« lax vor, immer ien? 
Mahnungen zu rüfichtsloserem Vorgehen gegen die Steuer- 
riiđjtandlev langen ein, Wollte der Magistrat den diesfäli- 
gen Aufträgen entsprechen, müßte er ganze Entrepot5 eiri“ 
ten oder miethen, viellei<ht einen oder den andern Stoditheil 
zum Depot sür die gepfändeten Mobilien umgestalten. Der 
Esseker Steuereintreibungs8-- Apparat erweist sich als viel zi 
schwach... um den an ihn gestellten Ansinnen der Fipanzbehörde 
zu entsprechen und ihr jene Summen zuzuführen, weiche fie 
benöthiget, um den Herren Magyaren unsern Tribut ablie- 
fern zu können. Herr von Derenczin sprach jüngst in einem 
von uns reproduzirten Erlasse viel von jener Nation, „in 
deren Bunde wir die Wohlthaten des konstitutionellen Lebens 
genießen“. Ob nun wohl diese rücksichtslose Steuereintrei- 
buag. na< magyarischemm Muster auch zu den gerühinten 
Wohlthaten konstitutionellen Lebens gehört, die wir im Bunde 
mit jener Nation genießen ? ! Wir glauben, unser Wunsch, 
uns. in unsexem Hause nach unserem Ge- 
s<magce einzurichten, wäre ein vollkommen berebtigier. 
Wir haben von den Wohlthaten konstitutionellen Lebens 348313 
andere Begriffe, als die Herren in Agram und Pest, und 
wie sie uns im Bunde mit jener Nation beigebracht werden. 
Seitdem der magyarische Finanzminister die superkiuge 
Formel ausstellte, na<. welcher Kroatien anstatt der stipuiir- 
ten 45%/, der veransc<hlagten B r u tt o einnahme, vur 45*/, 
der Netto einnahme. erhält , liegt die rücsicht8lose Siceuer» 
eintreibung nict mehr im magyarischen Interesse aLein, fon- 
dern aug in dem der Agramer Regierung 3; und darum 
drängt auch sie die Steuer-Exekutiv-Behörden zu ernstem un» 
raschen Vorgehen, so daß in liebliher Abwechslung einen 
Tag von Pest, einen Tag von Agram ernste Ermahnungen 
einlaufen. Wir glauben gerne, daß man in Magyarien zur 
Bestreitung der von der Großmannssucht gebotenen Anslogen 
jeden Groschen, jeden Kreuzer benöthigt und das Geld nach 
dem. Bismark'schen Rezepte nimmt, wo man es eben findet ; 
aber die Ungarn wissen si< doh auc< auf andern Wegen 
Geld zu beschaffen, sie verstehen es ihren Kredit auszubeute! 
und Anlehen, wenn au< zu enorm hohen Zinsen, zu ireiren. 
Die kroatische Regierung ist zu ihrem tiefsten Bedauern nicht 
in: dex Lage, den Ungarn auf diesem allerdings sehr s<lüpfri- 
gen Pfade folgen zu können, sie veranschlagt ihr Budget 133 
den ihr im Ausgleichsgeseze garantirten und. durch die JInter- 
pretation des Herrn Finanzministers in Pest redđuzivic 45%, 
und sähe sich, wenn diese nicht eingingen, genöthigt, eniweder 
einige Sinekuren aufzulassen, oder wohl -gar den Dispositions- 
fond einzuschränken. Mit jeder der beiden Maßregein aber, 
wie populär sie auc im Lande wären, ginge sie ihre guten 
Freunden zu Leibe und das geht einmal absolut nicht. 
ganze Land ist ja Zeuge , welche guten Dienste die verschie- 
denen aus dem Landessäkel sich nährenden guten Frrunde dev 
Regierung leisten , und über jeden Zweifel erhaben jind die 
guten Dienste der aus dem Reptiliensonde si< mästenden 
= JUNI 
 
 
 
im Spiele sei -=- überträgt ev das weitere Verhör mit seiner 
Frau dem Staatsanwaltez der gerechte, gewissenhafte Viichter 
tritt hinter den Gatten zurü>. Das Verhör endet mit einer 
vollständigen Aufklärung. aller Umstände bis in die kleiniten 
Details. Martial wird in's Gefängniß * abgeführt, wotelbii 
er sich entleibt. Der Gericht8präsident verzeiht seiner Frau 
den unüberlegten. Schritt, und Therese von Egremont 
überbringt ihrem zux Gallere verurtheilten Bruder die Nach- 
richt. von. seiner Befrciung. Auch - FerxEol, der. Held des 
Stückes, wird sofort in Freiheit gesebt. > 
Was die Darstellung anbelangt, so bemühten sich sämmt= 
liche Vertreter der Hauptrollen dem Stücke zu einem dur<- 
greifenden Erfolge. zu verhelfen, was ihnen auch vollkommen 
gelang. Nur Frl. Lorenz -- wir hedauern es tief, es sagen 
zu müssen, war ihrer Rolle niht gewachsen. Unsere treffliche 
Tragödin fand nicht Gelegenheit, einen starken Gemüthsaffekt, 
eine große Leidenschaft zum Ausdruce zu bringens ihre Prä- 
sidentin war ein Bild des Jammers, aber nicht in dem Sinne, 
in dem fie es hätte. sein Fföllen. Die feinen Nuancen, die 
unterdrü&ten und nict zum vollen Ausbruche gelangenden 
Gemüthsaffekte vermag Fräulein Lorenz einmal nicht wahr- 
heits- und naturgetreu wiederzugeben. Fräulein Sc< u butch 
hingegen gab-ihre Therese Egremont mit so viel Treue und 
psychologischer Wahrheit, daß wir die Leistung kühn als eine 
jeder ersten Bühne würdige nennen können. Da war j:der 
-Zug, jede Miene;: jede Geberde, jede: Bewegung tief dur<- 
dacht, ganz der tiefste Seelens<merz und schließlich ganz das 
Marquis Royer (Her 
freudige Aufjubeln des Herzens. 
Midaner) und Staatsprokurator von Lavardin (5erx 
Holdig), leisteten in Maske, Spiel und. Dialog BVoartreff- 
liches und Herrn Rö d er's Martial war eine hervorragende 
 
 
 
 
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